Lexikon der Fernerkundung

Fernerkundungssatellit

Engl. remote sensing satellite; Satellit zur Beobachtung der Erdoberfläche und der Atmosphäre mit Hilfe von an Bord befindlichen Sensoren.
Satellitenfernerkundung wird z.Z. im wesentlichen betrieben von den USA, Rußland, China, Indien, Frankreich, Kanada, Brasilien und im Rahmen der ESA von Europa. Deutschland hat Sensoren für die ERS-Satelliten und den ENVISAT der ESA (SCIAMACHY, MIPAS), für Space Shuttle-Missionen und für die MIR entwickelt sowie die Kleinsatelliten Champ und Grace.

2016 betrieben etwa 50 Länder Fernerkundungssatelliten, diese machen aber nur einen kleinen Teil der von den Kommunikationssatelliten dominierten raumgestützten Plattformen aus. Beim Büro der UN für Weltraumfragen (United Nations Office for Outer Space Affairs, UNOOSA), das eine Liste aller ins Weltall gelangenden Flugobjekte führt, sind zur Zeit mehr als 7.000 Flugobjekte von mehr als 70 Ländern und Organisationen registriert. Ausführliche Informationen zu Fernerkundungsmissionen sind im englischsprachigen eoPortal Directory der ESA zu finden.

Einzelsatellitensysteme verfügen über eine zunehmend bessere Abbildungsleistung, einschließlich einer verbesserten räumlichen und spektralen Auflösung und Sensorbeweglichkeit, so dass Stereomessungen im Along Track- und im Across Track-Modus durchgeführt werden können. Generell befinden sich Satellitensysteme gegenwärtig in einer Übergangsphase vom Einzelsensorsystem zum kooperativen Multisensorsystem. Teilweise werden Satelliten für bestimmte Sensoren in Tandemkonfigurationen betrieben.Konstellationen werden zunehmend so gewählt, dass sich die Anzahl von Umlaufbahnen erhöht, mit manchen Systemen kann somit jeder Punkt auf der Erde mehrmals täglich beobachtet werden.

Eine kurzen Abriss über die Bedeutung internationaler Koordination bei Fernerkundungsprogrammen findet man im Remote Sensing Satellite Compendium.

Weitere Informationen:


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